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Einfache, effektive Reinigungsrituale für jeden Tag

Ärzte, Komplementärtherapeuten und Yogalehrer sind sich zwar noch immer nicht darüber einig, ob eine Detox-Behandlung oder allgemeine Entgiftung des Körpers überhaupt möglich oder nötig ist und doch spricht immer mehr dafür, dass zumindestens einige bewusst vorgenommene Reinigungsmethoden die Abwehr des Körpers insgesamt verbessern und das Immunsystem unterstützen können. Zungenreinigung, Nasenreinigung, Atemübungen und Bürstenmassagen verbessern die Durchblutung des Gewebes, beseitigen Verunreinigungen und aktivieren körpereigene Abwehrprozesse. Nimmt man jetzt noch gesunde und frische Nahrungsmittel zu sich, verzichtet auf industriell hergestelltes Essen mit chemischen Zusätzen und bewegt sich dann und wann, kann man seine Gesundheit optimieren und Energie und Lebensfreude erhöhen.

Zungenreinigung

Ablagerungen auf der Zunge können die Mundflora belasten, Karies und Parodontitis begünstigen und Mundgeruch verursachen. Zur effektiven Reinigung der Zunge verwendet man im Yoga einen Schaber aus Silber, Kupfer oder Edelstahl. Die regelmässige Reinigung der Zungenwurzel aktiviert unter anderem die Speicheldrüse, belebt den Hals und gilt als sinnvolle und wirkungsvolle Vorbeugung gegen Hals- und Mundinfektionen.

Nasenreinigung

Jala Neti (Sanskrit, f. jala "Wasser") ist eine Nasenspülung. Hierbei lässt man mit Hilfe eines Kännchens isotonische Kochsalzlösung (9 gr. Salz auf 1 l Wasser) durch ein Nasenloch ein- und dann aus dem anderen Nasenloch wieder herauslaufen (gängige Nasenspülkannen werden zusammen mit einem passenden Dosierlöffel verkauft, mit dem man die benötigte Salzmenge unproblematisch abmessen kann). Das Gaumensegel verhindert, dass die Lösung in den Rachenraum und Mundbereich gelangt. Man trocknet die Nasengänge, indem man in Uttanasana (der stehenden Vorbeuge) mit leicht angehobenem Kopf das restliche Wasser herauslaufen lässt und dann mehrmals rhythmisch die Luft ausstößt. Zum Abschluss wird etwas Sesamöl mit einem Finger in den jeweiligen Nasenvorhof gebracht. Die Nasenspülung ist eine gute Vorbereitung auf verschiedene Atemübungen, da sie die Atemwege befreit. Ausserdem wirkt sie vorbeugend gegen Erkältungen und tut auch gut, wenn der Schnupfen schon da ist.

Feueratem

Kapalabhati, der Feueratem, bezeichnet im Yoga und Ayurveda eine Atemübung mit einer schnellen Folge starker Ausatmungen und automatischer Einatmungen. Kapalabhati gehört zu den sechs Shatkriyas, den Reinigungsübungen des Hatha Yoga. Es ist eine der beliebtesten und wirkungsvollsten Atemübungen im Yoga, von der gesagt wird, dass sie die Atmung beruhigt und vertieft und die Konzentration erleichtert.

Entspannende Atmung

Betonung von apana vayu, der abwärts gerichteten, ausscheidenden Energie, durch die Verlängerung der Ausatmung oder besonders betonter Ausatmung, z.B. „Ha“-Atmung. Die verlängerte Ausatmung aktiviert den Parasympathikus, hilft bei Stress und unterstützt so die Immunabwehr.

Trockene oder Nasse Bürstenmassage

Die Bürstenmassage gehört zwar nicht zu den klassischen Reinigungsmethoden des Hatha Yoga, hat jedoch viele gesundheitsfördernde und reinigende Wirkungen, so dass sie sich seit Jahrhunderten in den verschiedensten Kulturen bewährt hat.

Empfehlenswert ist es, sich alle 2 bis 3 Tage eine jeweils rund 10 Minuten dauernde Bürstenmassage zu gönnen – am einfachsten ist es, sich vor oder während des Duschens zu bürsten.



• Bei den Extremitäten beginnend in Richtung Körpermitte - zum Herzen hin - bürsten.


• Gebürstet wird mit leichtem Druck in kreisenden Bewegungen. Wichtig ist die Richtung des Streichens: Rhythmische, langsame, gleichförmige Bewegungen in Richtung Herz.


• Begonnen wird mit dem rechten Fuss. Vom Fuss hin zum Unterschenkel, die Vor- und Rückseite gleichmässig ausstreichen. Vom Unterschenkel dann zum Oberschenkel bis zur rechten Pohälfte.


• Dann den linken Fuss in gleicher Weise bürstend ausstreichend wie den rechten: Fuss, Unter- und Oberschenkel bis zur linken Pohälfte


• Arme: Beginnend mit der Hand zum Unterarm, vom Unter- zum Oberarm.

• Gesicht: Hier entscheidet das Wohlgefühl über die Richtung und Stärke der Streichungen, die mit einer kleinen Minibürste manchmal leichter durchzuführen sind.

• Hals: Vom Haaransatz des Kopfes den Hals hinunter (zum Herzen hin) rundherum leicht ausstreichen. 


Nacken und Schultern, danach den Rücken – hier braucht man eine Bürste mit langem Stiel.


• Bauch: Wichtig: In Richtung des Verlaufes des Dickdarmes bürsten. Beginnend auf der rechten, unteren Bauchseite, langsam aufwärts in kleinen streichenden Bewegungen bis zum Rippenansatz unterhalb des Magens zur linken Seite streichen und von dort nach unten. 3 bis 4 Mal auf diese Weise im Uhrzeigersinn streichen.

• Brustkorb: kreisförmig um die Brust herum vom Brustbein in Richtung Schlüsselbein und über den unteren Brustkorb streichen.

Wichtig für die ganze Massage: Reaktionen und Veränderungen beobachten, und die Massage darauf einstellen. Angenehm, belebend, wohltuend ist das oberste Gebot. Ist die Haut verletzt oder gereizt oder befinden sich Krampfadern an den Beinen, ist es besser, diese Stellen auszulassen.

Durch regelmässige Massagen werden körpereigene Abfallstoffe und Substanzen aus dem Bindegewebe ausgeschwemmt, welche die Kollagenfasern verkleben und weniger beweglich machen. Das tut nicht nur der Haut, sondern dem ganzen Körper gut! Auf Dauer kommt es so zu einer Verbesserung des Gewebemilieus, der Durchblutung und letztendlich des gesamten Immunsystems. Eine anschliessende Ganzkörper-Öl-Massage mit Sesam- oder Weizenkeimöl - angereichert mit individuell ausgesuchten ätherischen Ölen - kann diesen positiven Effekt noch verstärken.

Weiterführende Literatur:

TRACY PIPER - Das große Buch der inneren Reinigung. Mit der Piper-Methode in nur 4 Wochen zu weniger Gewicht und mehr Gesundheit, Südwest Verlag, 2015


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