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Tipps FÜR EINE BESSERE KÖRPERHALTUNG

Die Körper-Geist-Beziehung respektieren

Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Geist und Seele, aus Gefühlen, Gedanken und Emotionen. Bewegung und Körperhaltung sind oft vernachlässigte Bereiche, die diese Einheit immer wieder ins Gleichgewicht bringen können. Äußerlich mag es sich nur um ein Training der Körperkraft, der Koordination und der Körperhaltung handeln, wenn es darum geht sich aufzurichten. Gleichzeitig betrifft es aber immer eine Integrität des Selbst, wie der Philosoph Wilhelm Schmid betont (W. Schmid – Mit sich selbst befreundet sein).

Sich selbst Aufmerksamkeit schenken

Indem man sich selbst Aufmerksamkeit schenkt, kann man gleichzeitig an seiner inneren und äußeren Haltung arbeiten, denn in unserer äußeren Haltung drückt sich auch unsere innere Haltung aus. Aufgrund dieser engen Zusammenhänge können wir also auch bestimmte Körperhaltungen einnehmen und damit unser inneres Erleben beeinflussen. Die aufrechte Haltung in der Meditation ist ein Beispiel dafür, dass die Körperhaltung direkt auf unsere innere Haltung wirkt, indem sie (nach einer Weile der Übung) Ruhe und Stabilität vermitteln kann.

Was kann ich im Alltag tun, um meine Körperhaltung zu verbessern?

  • Die aktuelle Haltung bewusst machen (runder Rücken?, vorgestreckter Hals? verschränkte Beine?), den eigenen Körper spüren und seinen Atem wahrnehmen:
    • Wie sitze ich da?
    • Wie fühlt sich mein Atem an?
    • Welche Bereiche meines Körpers spüre ich – welche nehme ich nicht wahr?
  • Öfter mal die Position wechseln:
    • Aufstehen, strecken und den Brustkorb weiten
    • Sich auf dem Stuhl aufrichten, langsam zur rechten Seite drehen, über die Schulter schauen, ein paar Atemzüge in dieser Drehhaltung bleiben und auf der anderen Seite wiederholen.
    • Die Arme über den Kopf strecken und den Oberkörper mit einer Ausatmung leicht zur Seite neigen. Auf der anderen Seite wiederholen. Anschließend den Oberkörper mit der Ausatmung weit in eine sitzende oder stehende Vorbeuge neigen und einen Moment in dieser Haltung verweilen.
  • Auf dem Boden zu sitzen:

Im Laufe des Tages – vor allem während der Arbeit – verliert man häufig das Gefühl für den eigenen Körper, denn niemand schafft es, ständig ganz präsent zu sein. Deshalb ist es hilfreich, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt daran zu erinnern (Wecker, Handy-Alarm...) seine Präsenz in den Körper zurückzubringen und ihn bewusst zu spüren. Hat man die Möglichkeit dazu, kann es gut tun zwischendurch für eine Weile auf dem Boden zu sitzen oder sich sogar für einen Moment flach auf den Boden zu legen.

Flach auf dem Boden zu sitzen oder in der Hocke zu kauern sind in vielen nicht-westlichen Kulturen ganz normale Alltagshaltungen, die bei uns fast nur noch Kinder einnehmen. Beide Haltungen tun dem Körper gut, fördern die Beweglichkeit und kräftigen den Körper.

  • Bewusstes Atmen unterstützt die Aufrichtung der Wirbelsäule.
  • Bewusst aufrecht gehen und stehen.

Mit beiden, gleichmäßig belasteten Füssen fest auf dem Boden zu stehen kann helfen eine gute Basis für eine aufrechte Körperhaltung zu finden. Aufmerksames aufrechtes Laufen und Gehen - vor allem in der Natur, aber auch auf dem Weg zur Arbeit - verbessert nicht nur die Haltung, sondern hilft auch den Kopf frei zu machen.

  • Man kann sich die Erinnerung an eine Situation ins Gedächtnis rufen, in der man sich voller Energie, ruhig und ausgeglichen gefühlt hat.
    • Versuche die Körperhaltung wiederzufinden, die mit diesem energievollen und ausgeglichenen Zustand verbunden war und begebe Dich in genau diese Haltung. Diese Haltung ist „wie ein Fingerabdruck, individuell und einmalig“ (T. Späth, Shi Yan Bao – Shaolin: In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance)

Ergänzend zu all diesen Möglichkeiten im Alltag, ist natürlich ein regelmäßig geübtes Yoga-Programm sehr effektiv, das vor allem Nacken, Schultern und Rücken kräftigt und dehnt und so eine aufrechte Haltung unterstützt.


Diese Übungsreihen sind besonders geeignet, um eine aufrechte Haltung zu unterstützen: