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Achtsam aufgespannt zwischen Erde und Himmel

Yoga und Spiraldynamik - das „Dreamteam“ in Medical Yoga 2

Mit ihrem Buch „Medical Yoga 2“ bieten die drei Autoren Christian Larsen, Eva Hager-Forstenlechner und Christiane Wolff zum zweiten Mal einen spannenden Einblick in die präventive und therapeutische Kraft von anatomisch ausgerichteten Yoga-Asanas.

Der Begriff ‚Medical Yoga’ ist in den letzten Jahren zu einem Synonym für eine Yoga-Praxis geworden, in der achtsame Bewegungen die Wahrnehmung auf verschiedenen Ebenen intensivieren und das individuelle Potential des Yoga-Übenden durch anatomisch sinnvoll ausgerichtete Körperhaltungen erweitern. Wie im ersten Band stellen die Autoren auch hier wieder einzelne Asanas mit ihrem anatomischen Fokus sehr genau dar. Neben der sorgfältigen Illustration und Beschreibung von Aufbau und Ausrichtung einer Körperhaltung erhält der Leser und Übende genaue Einblicke in die beteiligten Knochen- und Muskelstrukturen, bekommt Anregungen für Achtsamkeitsübungen und vorbereitende Übungen, sowie für mögliche Modifikationen der Körperhaltungen.

Anders als im ersten Band, in dem die Haltungen nach Asana-Grundtypen (stehende Haltungen, Vor- und Rückbeugen, drehende Haltungen usw.) aufgeteilt sind, werden die 18 Körperhaltungen in diesem zweiten Band nach Körperregionen geordnet. Neu ist auch, dass unmittelbar nach jedem Körperfokus eine passende Yoga-Flow-Sequenz folgt, die es dem Leser einfacher macht das Gelesene unmittelbar umzusetzen. Im ersten Band wurden einzelne Asanas und Flows getrennt voneinander dargestellt, so dass es weniger erfahrenen Übenden eventuell nicht so leicht möglich ist einzelne Körperhaltungen und fliessende Sequenzen sinnvoll miteinander zu verbinden.

Auch die nicht-körperliche Praxis des Yoga – mentale Konzentration, Achtsamkeit und meditativer Rückzug – findet in dem vorliegenden Buch ihren Platz. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang der Hinweis auf die Bedeutung entspannter Muskulatur im Verlauf der Wirbelsäule, um den Grenzstrang - den sympathischen Anteil des Nervensystems - zu entlasten und vor Dauerstress durch ein verspanntes Muskelkorsett zu schützen. „Eine harmonische Abfolge von Vor- und Rückbeugen, Seitneigung und Drehungen“ unterstützt demnach unmittelbar das Nervensystem indem es die sympathikovagale Balance verbessert und das innere Gleichgewicht fördert. Eine Entspannung des Nervensystems wird also nicht nur durch körperliches Nichtstun erreicht, sondern zu einem guten Teil durch Bewegungen, die Muskulatur und Gewebe beweglich und flexibel erhalten.

Medical Yoga 2 ist nicht nur für Fachleute oder Therapeuten geeignet, setzt aber ein bestimmtes Grundwissen über die Ausführung von Asanas und einen gewissen Überblick über die anatomischen Strukturen des Bewegungsapparates voraus. Alle regelmässig Übenden, Yoga-Lehrende und Therapeuten, die an einem gesundheitsfördernden und heilenden Üben von Asanas interessiert sind, finden hier wertvolle Anregungen sowohl für die eigene Praxis, als auch für den Unterricht und die Therapie.

Christian Larsen, Christiane Wolff, Eva Hager-Forstenlechner - Medical Yoga 2. Anatomisch richtig üben - Bewegungsprobleme lösen. TRIAS Verlag, Stuttgart, 2016

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