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GEWÜRZE DIE WÄRMEN UND DEN KÖRPER STÄRKEN

Ingwer (Zingiber officinale)

In seiner „Enzyklopädie der Heilpflanzen“ schreibt Andrew Chevallier: „Der als Gewürz und Aroma bekannte Ingwer ist eine der besten Arzneien, die es gibt.“ Und würde man die Bewohner der indonesischen Insel Java fragen, dann würden sie diese Aussage ganz sicher bestätigen. Am frühen Morgen sieht man in den Strassen der Stadt Yogyakarta an vielen Ecken kleine Stände mit großen Flaschen in denen verschiedenste Kräutersäfte angeboten werden. Für die unterschiedlichsten Probleme oder einfach nur um gesund und schön zu bleiben, trinkt man auf dem Weg zur Arbeit ein kleines Glas mit Kräutersud und hält dabei ein kurzes Schwätzchen. Java ist eine Hochburg der traditionellen Kräuterheilkunde „Jamu“ und sowohl Ingwer als auch Kurkuma spielen in den Gewürz- und Kräutermischungen der Insel eine sehr wichtige Rolle.

Ingwer hilft bei Reisekrankheit, postoperativer Übelkeit und Schwangerschaftserbrechen. Es ist ein wichtiges Kreislaufmittel und wirkt ausgezeichnet bei Verdauungsbeschwerden.

Ingwer regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Durch seine leicht antiseptische Wirkung ist er ein gutes Mittel zur Vorbeugung und Begleitung von Erkältungen und Atemwegsbeschwerden. Beim Kochen passt Ingwer sehr gut zu asiatischen Reisgerichten mit gemischtem Gemüse und auch mit Fisch kann man die Knolle gut kombinieren. Aber Vorsicht, Ingwer kann sehr scharf sein! Deshalb besser nicht zu viel verwenden!

Sehr wärmend und anregend wirkt ein warmes Ingwerwasser am Morgen - noch vor dem Frühstück. Einfach ein etwa daumendickes Stück Ingwer schälen, in einen Becher legen, mit heissem Wasser übergiessen und 5 Minuten ziehen lassen. Eventuell mit etwas Honig süssen!

Kurkuma (Curcuma longa)

Ohne Kurkuma kommt kein Currypulver aus und kaum eine asiatische Speise. Kurkuma, die „Gelbwurz“ färbt genauso gelb wie der Safran, hat aber einen völlig anderen, herb-würzigen Geschmack. Die gelbe Wurzel ist aber nicht nur ein interessantes, schmackhaftes Gewürz mit verdauungsfördernden Eigenschaften, sondern zusätzlich noch ein wirksames Mittel zur Gesundheitsförderung.

In verschiedensten medizinischen Studien wurde inzwischen nachgewiesen, dass Kurkuma entzündungshemmende, antioxidative, immunstimulierende und vor Krebs schützende Eigenschaften hat. In Indien sagt man der Gelbwurz auch noch nach, dass sie die Blutfettwerte senkt und die Leber schützt. Nur während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte man das Pulver nicht in zu großen Mengen verwenden.

Koriander (Coriandrum sativum)

Koriander zählt zu den ältesten Küchen- und Brotgewürzen der Welt. Koriander schmeckt sehr gut in Gemüsesuppen, in Currys, Chutneys und sogar zu Bratkartoffeln oder im Kakao. Schon lange weiss man um die Heilkraft des Korianders bei Verdauungsbeschwerden. Auch bei Infektionen und zur Entgiftung hat sich das Kraut (bzw. die Samen) bewährt. Tatsächlich hat man festgestellt, dass das ätherische Öl des Korianders als natürliches Antibiotikum sogar gegen multiresistente Keime wirkt. Es lohnt sich also beim Kochen öfter einmal mit frischem Korianderkraut und getrockneten Koriandersamen zu würzen.

Kardamom (Elettaria cardamomum)

Kardamom ist mit dem Ingwer verwandt, doch im Gegensatz zum Ingwer verwendet man hier nicht Wurzel, sondern die Samenkapseln als Gewürz. Sein Aroma ist süsslich und fein und erinnert ein wenig an Zitrone. Zusammen mit Zimt ist Kardamom ein feines Gewürz für Backwaren, Obstkompott oder Pudding. Auch zu Fisch- und Reisgerichten passt er sehr gut. Indische Currys enthalten oft einen Anteil Kardamom. In den arabischen Ländern wird er üblicherweise zur Zubereitung des Kaffees gebraucht und macht diesen verträglicher. Auch der indische „Chai“ – eine feine Mischung aus Schwarztee und Gewürzen – profitiert von der Zugabe von Kardamom.

Doch auch die Heilwirkung des Kardamoms ist nicht zu unterschätzen. Wie bei den anderen oben genannten Gewürzen ist seine thermische Wirkung warm. Er hat einen ausgleichenden Einfluss auf Magen und Darm, sorgt für eine gute Verdauung und erleichtert die Aufnahme von Nährstoffen im Dünndarm; hinzu kommen seine antibakterielle Wirkung, sowie die Steigerung der Magensaftsekretion und die Anregung des Galleflusses. Das Kauen der Samen sorgt für einen frischen Atem. Und zu guter Letzt schätzt man im Ayurveda schon seit langem die luststeigernde Wirkung des Kardamoms.

Vanille (Vanilla planifolia)

Die echte Vanille passt zu vielen süssen Speisen und erleichtert die Verdauung indem sie die Gallenproduktion fördert. Sie wirkt allgemein stoffwechselfördernd und anregend.

Literatur:

Andrew Chevallier – Die BLV Enzyklopädie der Heilpflanzen, BLV München, 2000

Siegrid Hirsch, Felix Grünberger – Die Kräuter in meinem Garten, Weltbild Vlg., 2006 Augsburg.

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