Eine bewusste Körperhaltung beugt Rückenschmerzen vor

Eingefahrene Haltungsmuster können unsere Beweglichkeit stark einschränken und auf Dauer sogar zu Rückenschmerzen führen. Achtsamkeit im Alltag hilft, diesen Mustern auf die Spur zu kommen und Rückenschmerzen vorzubeugen.

Dem Körper immer wieder Aufmerksamkeit schenken

Sobald wir uns unsere Haltung (vor dem Computer, an der Bushaltestelle, etc.) bewusst machen, bringen wir uns wieder in die direkte Wahrnehmung des Körpers zurück und kommen im Moment an. Dehnungen und leichte Bewegungen unterstützen nicht nur die äussere Aufrichtung, sondern verbessern auch unser inneres Gefühl.

Die aufrechte Haltung in der Meditation ist ein gutes Beispiel dafür, dass die Körperhaltung direkt auf unsere innere Haltung wirkt, denn wenn wir entspannt und aufrecht sitzen - eventuell angelehnt an eine Wand und unterstützt durch Kissen unter den Knien - vermittelt uns diese Haltung innere Ruhe und Stabilität.

Mit beiden, gleichmäßig belasteten Füssen fest auf dem Boden zu stehen, kann ebenfalls helfen, eine gute Basis für ein besseres Körpergefühl zu finden. Aufmerksames aufrechtes Laufen und Gehen - vor allem in der Natur, aber auch auf dem Weg zur Arbeit - verbessert nicht nur die Haltung, sondern hilft nebenbei auch noch den Kopf frei zu machen.

Die innere Haltung erforschen

Aufrichtung betrifft eben nicht nur die äussere Haltung, sondern ist immer auch ein innerer Zustand; eine Integrität des Selbst, wie der Philosoph Wilhelm Schmid schreibt (W. Schmid – Mit sich selbst befreundet sein). Deshalb kann es bei Rückenschmerzen hilfreich sein, sich seine Ängste und Sorgen näher anzuschauen; sich bewusst zu machen, was in unserem Leben nicht stimmt und sich Belastendes von der Seele zu schreiben, mit einem guten Freund darüber zu reden oder sich eventuell sogar professionelle Hilfe zu holen.

Atmen!

Ein paar tiefe Atemzüge können dabei helfen, die Präsenz wieder in den Körper zurückzubringen und ihn bewusst zu spüren. Bewusstes Atmen unterstützt zudem die Aufrichtung der Wirbelsäule.

Auf dem Boden sitzen

Flach auf dem Boden zu sitzen oder in der Hocke zu kauern sind in vielen nicht-westlichen Kulturen ganz normale Alltagshaltungen. Bei uns sitzen häufig nur noch die Kinder auf dem Boden. Beide Haltungen tun jedoch auch dem erwachsenen Körper gut, fördern die Beweglichkeit und die Kraft.

Sich an eine positive, stärkende Situation erinnern

Rufen wir uns eine Situation ins Gedächtnis, in der wir uns voller Energie, ruhig und ausgeglichen gefühlt haben, dann kann uns diese Erinnerung in ein Gefühl des Wohlbefindens, der inneren Balance und Aufrichtung zurückführen. Das im ganzen Körper empfundene Gefühl wirkt auf uns, „wie ein Fingerabdruck, individuell und einmalig“ und gibt uns Kraft (T. Späth, Shi Yan Bao – Shaolin: In acht Schritten zu mehr Energie und innerer Balance).

Ein individuell angepasstes Yoga-Programm üben

Ein kurzes Yoga-Progamm, das ganz individuell an unseren Körper und unsere Bedürfnisse angepasst ist und regelmässig geübt wird, kann die Körperhaltung und das Wohlbefinden im Laufe einiger Monate erheblich verbessern.


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